Neuigkeiten aus dem Land der Kleinen Hufeisennasen

Rettung in letzter Minute

Unweit des Dorfes Rödelwitz (Landkreis Saalfeld- Rudolstadt) im Hexengrund liegt die Burgruine Schauenforst. In der Nähe der Burgruine befindet sich ein kleines verlassenes Wochenendhaus. Jugendliche entdeckten im Jahr 2007 bei einem Aufenthalt an der Burgruine die verlassene Hütte und wurden auf zahlreiche Fledermäuse aufmerksam, die im Dachraum des Häuschens hingen. Dank ihres Hinweises konnte kurze Zeit später eine Wochenstube mit ca. 20 Kleinen Hufeisennasen festgestellt werden.

Zum Zeitpunkt der Entdeckung war das Dach der Hütte bereits undicht. In einer ersten Maßnahme im Rahmen des Projektes Hufiland konnte das Dach  ausgebessert werden. Leider wurde das Kleingebäude im Jahr 2011 durch Vandalismus stark beschädigt, zwei Außenwände und die Tür waren komplett zerstört. Die Kleinen Hufeisennasen blieben dem Quartier zwar weiterhin treu, aber es waren im Sommer 2013 nur noch drei Weibchen mit einem Jungtier zu beobachten, durch die fehlenden Wände war es im Gebäude zu kühl geworden.

Bei einem Treffen Vorort an dem Vertreter der Stiftung Fledermaus, der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreis Saalfeld- Rudolstadt und die Besitzerfamilie teilnahmen, gelang schnell eine Einigung zur Instandsetzung des Gebäudes.

Im Herbst 2013 konnten Fördermittel der Stiftung Naturschutz Thüringen sowie der Stiftung Fledermaus eingeworben werden. Im November, kurz vor dem Wintereinbruch, wurde das Gebäude soweit wieder herzurichtet, dass es von der Kleinen Hufeisennase wieder als Wochenstubenquartier genutzt werden kann. Wir hoffen nun, dass sich im kommenden Jahr wieder mehr Hufeisennasen in der Wochenstube einfinden werden.

 

Ansicht vor der Instandsetzung (oben) und nach der baulichen Sicherung (unten)

Eine große Mütze voll Schlaf...

nehmen derzeit die Thüringer Kleinen Hufeisennasen. Seit nun schon fast 2 Monaten sind Tiere in ihre traditionellen Winterquartiere eingekehrt. Wie die meisten bei uns vorkommenden Fledermausarten, überwintern die Kleinen Hufeisennasen in Gebäudekellern, Bergwerkstollen oder natürlichen Höhlen. Hier hängen sie, wie auf dem Bild zu sehen, manchmal wie in einer Kette gereiht, stets einzeln in ihre Flughäute eingehüllt. Bei den alljährlich im Winterhalbjahr stattfindenden Monitoringzählungen (regelmäßige, systematische Erfassung) werden die Tiere  in den bekannten Winterquartieren gezählt wobei gleichzeitig auch der Zustand des jeweiligen Winterquartiers überprüft wird. Die Zählungen finden nur einmalig stattfinden, um die Tiere so wenig wie möglich zu stören. Trotzdem sind die Erfassungen wichtig, denn sie eine wichtige Methode, um Veränderungen in der Verbreitung und Bestandsgröße der Kleinen Hufeisennasen zu verfolgen. Bei den Winterzählungen der vergangenen Jahre konnte, neben steigenden Bestandszahlen, auch die Besiedlung neuer Winterquartiere durch die Kleine Hueisennase beobachtet werden. Dies gibt Anlass zu der Hoffnung, dass die kleinen Insektenjäger in Thüringen wieder Aufwind bekommen.                          Wir wünschen erstmal einen erholsamen Winterschlaf.

 

 

Jena- gallisches Dorf der Kleinen Hufeisennasen

 

Erschienen im: 07Stadtmagazin für Jena und Umgebung

Durchaus standhaft hat eine der seltensten Fledermausarten Deutschlands in der Stadt Jena überlebt. War es ein Zaubertrank der ihnen dabei half? Um dieser Frage nachzugehen, erstmal ein paar Fakten über diese besondere Stadtbewohnerin. Ihren Namen verdanken die Winzlinge dem hufeisenförmigen Nasenaufsatz mit dem sie ihre Ultraschallrufe aussenden. Ihr putziges Aussehen konnte die Kleine Hufeisennase jedoch vielerorts nicht vor dem aus Aussterben bewahren. Der Einsatz von Insektiziden wie DDT in der Land- und Forstwirtschaft sowie als Holzschutzmittel in den 60er bis 80er Jahren, vernichtete vielerorts ganze Kolonien. Eine Ausnahme bildet das mittlere Saaletal zwischen Saalfeld und Jena. Neben den Kolonien in mehreren Kirchen des Saale- Holzland- Kreises, leben auch im Stadtgebiet wie etwa in der ehemaligen Kaserne im Stadt- Forst, in Burgau und auf der Sophienhöhe Kleine Hufeisennasen. Dazu beigetragen hat sicher die günstige Lage der Stadt an der Saale mit naturnahen, störungsarmen Ufergehölzen die bisher auch in Teilen des Stadtgebietes erhalten werden konnten dazu kommen die Wälder, die bis nahe an die Stadt heran reichen. Für die kleinen Säugetiere sind solche Strukturen überlebenswichtig, denn sie sind sozusagen die Kurzsichtigen unter den heimischen Fledermäusen. Ihr Wahrnehmungsvermögen mit Echoortung reicht nur wenige Meter weit, daher „hangeln“ sie sich bevorzugt entlang von Ufergehölzen, Hecken oder Streuobstbäume um vom Quartier in ihre nahe gelegenen Jagdgebiete zu gelangen. Auch hinsichtlich der Quartiere ist die Kleine Hufeisennase eine Besonderheit. Wo sich andere Fledermausarten mit Fensterläden, Spalten an Fassaden oder Baumhöhlen als Quartier begnügen, brauchen die Hufeisennasen als Wochenstuben, das sind die Quartiere für Geburt und Aufzucht der Jungtiere, Dachböden mit offener Einflugmöglichkeit wie Luke oder Dachfenster. Solche wenig genutzten Dachböden finden die Tiere jedoch immer seltener. Daher ist es umso wichtiger bestehende Quartiere zu erhalten. Neben ehrenamtlichen Fledermausfreunden waren es besonders die Mitarbeiter des Fachdienstes Umweltschutz der Stadt Jena, die in den letzten Jahren bei Gebäudesanierungen Lösungen für ein „Bleiberecht“ der heimlichen Dachbodenbewohner erarbeiteten.

Zauberei ist also nicht im Spiel, wenn heute wieder über 10- 20 Kleine Hufeisennasen im Stadtgebiet von Jena leben. Eher die Rücksicht auf die Quariter- und Lebensraumansprüche dieser bedrohten Tiere bei Sanierungen oder Neubauprojekten. Im Übrigen Artenvielfalt ist Lebensqualität. Das beweist die Stadt Jena.

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Interessengemeinschaft f. Fledermaussschutz und -forschung in Thüringen e.V. Altensteiner Str. 68, 36448 Schweina

Konto 102 733 333, BLZ 120 965 97 Sparda Bank Berlin e.G. 

Stichwort "Hufiland"

 

 

Wir bleiben wach, damit sie ruhig schlafen können - Erste Ergebnisse des Hufiprojektes

Photo: D. Nill

Nach über anderhalb Jahren Arbeit liegen nun erste Ergebnisse des Projektes zur "Sicherung des Sommerquartierangebotes der Kleinen Hufeisennase in Thüringen 2008- 2010" vor. In dieser Zeit ist es gelungen, mit Unterstützung von Bürgern und Behörden die Situation in vielen Sommerquartieren der Kleinen Hufeisennase deutlich zu verbessern.

Hier die Ergebnisse in Stichpunkten:

Für über 60 Wochenstuben der Kleinen Hufeisennase wurden wichtige Quartierparameter erfasst. Die Daten sind in eine eigens erstellte Datenbank der Sommerquartiere der Kleinen Hufeisennase eingeflossen.

Anhand der Daten wurde eine Prioritätenliste erstellt, die die Gefährdungen und den Handlungsbedarf bei den Sommerquartieren aufzeigt und als Grundlage für die Umsetzung von Maßnahmen diente.

Bei der Kontrolle von über 50 Verdachtsquartieren konnten 12 Kolonien der Kleinen Hufeisennase nachgewiesen werden. Bei 6 dieser Quartiere handelt es sich um Quartiere in denen Jungtiere geboren werden.

14 Einzelmaßnhmen zur Quartiersicherung oder zur Schaffung von Ausweichquartieren wurden durchgeführt. 8 Maßnahmen befinden sich derzeit noch in Umsetzung und werden im Herbst 2010 abgeschlossen.

Die Projektdarstellung in der Öffentlichkeit erfolgte durch das Label "Hufiland" und das Motto "Thüringen ist Hufiland". Im Rahmen von zahlreichen Presseerscheinungen, Projektpräsentationen, Vorträgen, Faltblättern und Informationstafeln wurde über die Lebensweise und Situation der Kleinen Hufeisennasen in Thüringen informiert.

Trotz dieser ersten Erfolge bleibt noch viel zu tun, denn bei vielen Wochenstubenquartieren stehen aktuell Sanierungen oder Abrissarbeiten an. Eine dauerhafte Betreuung der Wochenstubenquartiere ist eine wichtige Vorraussetzung dafür, dass sich die Kleinen Hufeisenasen in Thüringen endlich wieder ausbreiten können.

Hufis im Rampenlicht

Kleine Hufeisennasen sind echte Flugkünstler. Ausdauerflug ist nicht ihre Sache, aber wenn es um Wendigkeit und Geschicklichkeit geht, sind sie kaum zu übertreffen. Davon konnte sich auch der renomierte Naturfotograf Marko König aus Bad Hersfeld überzeugen. Leise macht es klick klack wenn Marko König versuchsweise mit der Hand die Lichtsschranke auslöst. Nur mit Hilfe einer Lichtschranke lassen sich Kleine Hufeisennasen im Flug fotografieren. Am Fenster einer alten Baracke angebracht, soll das Gerät mehrere Blitzgeräte auslösen, wenn eine der ca. 20 Hufeisennasen am Abend das Quartier verlässt. Bei der von der Unteren Naturschutzbehörde des Lkr. Saalfeld- Rudolstadt genehmigten Aktion, sollen für öffentlichkeitswirksame Publikationen in Thüringen Flugaufnahmen der seltenen Fledermausart angefertigt werden. Als gegen 21: 30 Uhr die erste Hufeisennase die Lage ausserhalb des Quartiers erkundet, löst sie erstmalig die Lichtschranke und damit die Blitzgeräte aus. Da schon nach kurzer Zeit einige sehr gute Flugaufnahmen gelungen sind, kann die Anlage schnell wieder abgebaut werden, um die Tiere nicht weiter unnötig zu beunruhigen. Das Resultat der Bildauswertung am folgenden Tag sind faszinierende Momentaufnahmen dieser sonst so versteckt lebenden Fledermäuse.

Kleine Hufeisennasen im Spaalhaus

Das im Wald bei Großkochberg idyllisch gelegene Spaalhaus war in Thüringen eines der ersten Gebäude, dessen Dachboden zu einem Sommerquartier für die Kleine Hufeisennase hergerichtet wurde. Bei der am 21. Juni 2010 durchgeführten Erfolgskontrolle konnte nun anhand von Kotnachweisen (siehe unteres Bild) im Dachboden die Besiedelung durch die Kleine Hufeisennase festgestellt werden. Die Tiere waren zwar zum Zeitpunkt der Kontrolle nicht im Quartier, die Kotspuren zeigen jedoch, dass sich hier regelmäßig Kleine Hufeisennasen aufhalten. Ursprünglich war der Einbau einer Fledermauseinflugöffnung als Ausweichquartier gedacht, denn das nebenstehende ehemalige Ferienlager- gebäude mit einer Wochenstube der Kleinen Hufeisennase sollte mittelfristig abgerissen werden. Die Entscheidung wurde jedoch seitens des Forstamtes Bad Berka überdacht. Nun soll das Gebäude erhalten werden und nach einer Sanierung Lager- und Aufenthaltsräume beherbergen. Die baulichen Maßnahmen werden mit Fördermitteln aus dem Projekt - Thüringen ist Hufiland- unterstützt.

Seit der Sanierung im Jahr 2009 erfreut sich das Spaalhaus zunehmender Beliebtheit als Veranstaltungsort für Feierlichkeiten und Kinderfreizeiten. Hoch erfreut jetzt sicher auch die Kleinen Hufeisennasen vom Spaal, denn sie haben an diesem schönen Platz nun einen erweiterten Sommerwohnsitz.

Wasserzisterne als Quartier für Hufeisennasen

Im Stammland der Kleinen Hufeisennase dem Saale- Holzland- Kreis wurde am vergangenen Dienstag dem 02.06.10, ein neues Quartier für die Hufeisennasen eingeweiht. Günther Hücker (64) und Dr. Martin Nimptsch (73) aus Ottendorf wurden dafür mit der Plakette "Fledermausfreundlich" des Thüringer Ministers für Landwirtschaft, Forst, Umwelt und Naturschutz ausgezeichnet. Hücker und Nimptsch hatten die Idee, einen zum Abriss vorgesehenen unterirdischen Druckbehälter des Wasserverbands zu einem Quartier für die Kleine Hufeisennase und andere Fledermausarten um zu funktionieren. Hierfür haben sie keine Kosten und Mühen gescheut und gleich das ganze Grundstück mit der Zisterne von der Gemeinde Ottendorf erworben. Die beiden Freunde der Hufeisennasen errichteten im Inneren der Anlage eine Wärmekammer als Hangplatz für die Hufeisennasen. Die beiden unterirdischen Räume können verschiedene Fledermausarten fortan zur Überwinterung nutzen und an der Außenfassade wurde auch ein geräumiges Spaltenquartier angebracht. Nun heißt es nur noch warten, dass die ersten nachtaktiven Besucher Einzug halten.

Thüringer Fledermausschutz geht stiften

Die Stiftungslandschaft des Freistaates Thüringen ist mit der am 19. Mai 2010 der Öffentlichkeit vorgestellten STIFTUNG FLEDERMAUS vielfältiger geworden. Bei der Gründungsveranstaltung der seit 2009 bestehenden Stiftung im ehemaligen Kloster Donndorf waren zahlreiche Vertreter des ehrenamtlichen und behördlichen Naturschutzes, anderer Stiftungen, Verbände und Medien vertreten. Der Thüringer Umweltminister Jürgen Reinholz würdigte die bisherige gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Thüringer Fledermausschützern aus IFT e.V. und Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Thüringen. Die Interessengemeinschaft für Fledermausschutz und –forschung Thüringen e.V. war es auch, die das Mindestkapital für eine Stiftung bürgerlichen Rechts in Höhe von 25 Tausend Euro aufgebracht hat.

Die STIFTUNG FLEDERMAUS hat sich den Schutz aller Fledermausarten auf die Fahnen geschrieben. Sie lädt alle am Schutz der Fledermäuse Interessierten ein, Ideen, Mittel und Möglichkeiten beizusteuern, um gemeinsam die Stiftung mit Leben zu erfüllen. 

Übergabe der Plakette "Fledermausfreundlich"

Foto: OTZ/ Frank Döbert

Für die Kleinen Hufeisennasen in Jena wurde am 30. April 2010 ein neues Sommerquartier eingeweiht. Seit nunmehr 3 Jahren bewohnen die Hufeisennasen bereits das große Sandsteingewölbe unter der Burg. Hier überwintern derzeit 3-4 Tiere. Der Eigentümer Hr. Dr. Willsch war schnell begeistert, als sich herausstellte welche besonderen Gäste in seinem Kellergewölbe eingezogen sind. Bei einer Winterzählung entstand so auch die Idee, den Tiere in einem der Dachbodenbereiche auch ein Sommerquartier anzubieten. Mit finanzieller Unterstützung des Fachdienstes Umweltschutz der Stadt Jena konnte eines der Giebelfenster mit einer Einflugöffnung ausgestattet werden. Für diese Schutzbemühungen wurde der neue Quartiervater von der Leiterin des Fachdienstes Umweltschutz der Stadt Jena Frau Isabell Günther mit der Plakette "Fledermausfreundlich" ausgezeichnet.

Jena ist in Bezug auf die Kleine Hufeisennase einmalig in der Bundesrepublik. In keiner anderen Großstadt in Deutschland gibt es noch Wochenstuben der Art. Derzeit leben schätzungsweise 20- 30 Hufeisennasen im Stadtgebiet. Die Stadt Jena und das mittlere Saaletal sind in der Summe das größte Vorkommensgebiet der possierlichen Tierchen in Mitteleuropa.

Die Kleinen Hufeisennasen halten Winterschlaf